Keine Haustierhaltung laut Mietvertrag?

Keine Haustierhaltung laut Mietvertrag? So einfach ist es doch nicht! Das ist klar – jeder Vermieter sorgt sich um sein (ihr) Eigentum und ist daher nicht sonderlich begeistert, wenn seine Mieter ein Haustier anschaffen. Egal wie niedlich und süß eine Katze oder ein Hund sein mögen, sorgen sie doch oft für ziemliche Unordnung. Eine Katze kann Tapeten zerkratzen, ein Kater kann sogar seine Duftmarken in der Wohnung hinterlassen. Und ein Hund – kann zu einer Quelle von ständigen Streitigkeiten zwischen den Nachbarn werden. Bekannterweise bellen Hunde und das tun sie recht laut und ohne Rücksicht auf die späte Stunde. Hunde heulen, buddeln im Garten, und eine oder andere Tretmine sorgt für böses Blut. Unangenehm das alles. Was ist also zu tun?

Bis vor kurzen wusste jeder Vermieter die Lösung: In den Mietvertrag wird eine Klausel festgeschrieben, welche besagt, dass jegliche Haustierhaltung in der Wohnung verboten ist. Punkt. Problem endgültig gelöst. Bei allen Fragen – siehe Mietvertrag.

Nun, für viele Mieter steht Tierhaltung gar nicht auf der Tagesordnung. Andere verzichten auf Haustiere, bis sie endlich in eigenen vier Wänden einziehen dürfen. Manche meinen, dass ein Hund oder eine freiheitsliebende Katze nicht in einer Wohnung gehalten werden dürfen.

Doch es gibt genug Menschen, die eine solche Einschränkung als Eingrenzung eigener Freiheit empfinden. Und es gibt auch solche Mieter, die der Klausel widersetzen und trotz des Haustierverbots eine Katze oder einen Hund anschaffen. Dann bekommen sie selbstverständlich Probleme mit dem Wohnungseigentümer und es kann sogar zu einer Gerichtsverhandlung kommen.

Ist aber das Urteil schon klar, bevor es zur Anhörung gekommen ist? Nein, so ist es nicht! Denn erst vor kurzen hat der Bundesgerichtshof den Mietern in Sachen Tierhaltung den Rücken gestärkt. Ein Mieter aus Gelsenkirchen hat in der Wohnung trotz der Klausel einen kleinen Hund gehalten, der Vermieter hat dagegen geklagt – und verloren.

Ein allgemeiner Verbot, Haustiere in der Mietwohnung zu halten, ist nicht rechtens. Das wäre ein Verstoß gegen das Recht der Menschen auf Selbstbestimmung.

Natürlich heißt das neue Urteil des BGH nicht, dass ab jetzt jeder und jede ohne Rücksicht auf Mitbewohner Tiere halten darf. Aber pros und contras der Tierhaltung sollen in jedem konkreten Fall abgewogen und zwischen dem Mieter und Vermieter verhandelt werden. Daher – keine generellen Verbote, sondern eine individuelle Regelung.

Wenn ein Hund oder Katze, die in einer Mietwohnung gehalten werden, die Nachbarn stören – dann gibt es Grund für ein ernsthaftes Gespräch mit dem Mieter und auch eventuell zur Kündigung.

Übrigens: Meinen Sie, in einer Eigentumswohnung darf man schalten und walten wie man will, auch was die Tierhaltung betrifft? Nein, das stimmt nicht. Mehr erfahren Sie zu diesem Thema – in einem anderen Artikel.

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